Blackroll / Faszienrollen richtig anwenden

Ist die Anwendung einer Blackroll zum Lösen von Verklebungen im Fasziengewebe sinnvoll oder nicht? Vielfach wird mir diese Frage in meinem Berufsalltag gestellt. In diesem Artikel lege ich meinen Standpunkt zu dieser Frage dar und begründe physiologisch, warum ich dieser Meinung bin.

Ja, die Anwendung einer Blackroll kann unter den folgenden Bedingungen Sinn machen:

  1. Mit angemessenem Gewicht rollen Die Rolle soll mit weniger Druck als dem höchstmöglichen angewendet werden. Denn unser Fasziensystem verbindet, hält in Form, kommuniziert und schützt uns vor äusseren Einwirkungen. Beim Thema Blackroll spielt vor allem die Schutzfunktion eine Rolle. Unser Fasziensystem schützt vor Druck von aussen. Wenn etwas in den Körper eindringen will und gegebenenfalls auch noch Schmerz verursacht, zieht sich das Fasziensystem zusammen und verteilt den Druck so gut es geht über den gesamten Organismus. Diese Umverteilung ist nur dank einem matrix-artigen Aufbau, ähnlich dem eines Spinnennetzes, möglich. Hier ist also Feingefühl gefragt. Zu viel Druck kann bedeuten, dass eine Schutzreaktion hervorgerufen wird und das Gewebe sich zwar vom Muskel oder anderem „löst“, jedoch faseriger wird, sich zusammenzieht und dadurch härter wird. Diese Reaktion ist für unser Bindegewebe nicht wirklich erwünscht, da es dadurch an Dehnbarkeit/Elastizität einbüsst. 

  2. So langsam wie möglich rollen Unser Fasziensystem braucht Zeit, um sich den Indikationen anzupassen und darauf zu reagieren. Denn unsere Gefässe sind elastisch, sie brauchen aber ein wenig Zeit, um sich an grössere Mengen an Blut/Lymphe anzupassen. Oft sehe ich, wie sehr schnell auf den Blackrolls hin und her gerollt wird. Das kann je nachdem zu Beschädigungen in unseren kleinsten Gefässen (Kapillaren) führen. In den Kapillaren findet unser gesamter Stoffwechsel statt, es ist gar nicht wünschenswert diese zu Beschädigen. Mit Druck in Richtung Körpermitte rollen und in die andere Richtung möglichst ohne. Denn so werden Lymphe und Blut in die richtige Richtung gepresst. Ein Therapeut arbeitet auch meist Richtung Körpermitte. 

  3. Dem Gewebe Zeit geben die Indikation zu verarbeiten und wirken zu lassen In Akutphasen kann es Sinn machen die Rolle ca 2 mal die Woche anzuwenden. Danach max. 1x die Woche besser 1x alle 2 Wochen. Stattdessen empfehle ich Dehnen statt „ausrollen“. Unser Nervensystem passt sich stets den Umständen an. Was hat das mit der Balckroll zu tun? Wenn durch häufige Anwendung der Blackroll immer wieder der selbe Reiz verursacht wird gewöhnt sich das Nervensystem daran und hemmt die wiederkehrende Information. Auch wenn die Blackroll also immer mit gleicher Intensität eingesetzt wird, vermindert sich in diesem Falle mit der Zeit der verspürte Schmerz und Druck. 

  4. Nach dem Training zuerst abkühlen/herunterfahren Die Reizschwelle ist ausserdem nach dem Training viel höher als vor dem Training. Deswegen wird mit einer Massage bei Sportlern im Normalfall mindestens 1-2h nach der Belastung gewartet. Idealerweise sogar noch länger, ausser die Behandlung ist aufgrund einer „Verletzung“ zwingend erforderlich.

In Ausnahmefällen kann die optimale Anwendung von den oben genannten Bedingungen abweichen. Gerne gebe ich individuell Auskunft.

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